Finishing Decor: Drei Regeln, mit denen Räume wirklich fertig wirken
Einen Raum wirklich „fertig“ wirken zu lassen, ist einer der Hauptgründe, warum viele Menschen professionelle Unterstützung bei der Einrichtung suchen. Oft werden neue Möbel, Vorhänge oder eine frische Wandfarbe ausgewählt – in der Hoffnung, dass damit alles zusammenkommt. In vielen Fällen stimmt das auch.
Doch selbst nach diesen Veränderungen kann ein Raum unfertig wirken, wenn ein entscheidender Schritt fehlt: die bewusste Gestaltung mit Finishing Decor. Diese letzte Ebene ist das verbindende Element – sie gibt dem Raum Tiefe, Struktur und ein klares Gefühl von Absicht.
Gleichzeitig ist genau dieser Schritt oft der schwierigste. Zu wenig wirkt leer, zu viel schnell überladen. Der Schlüssel liegt darin, gezielt und mit klaren Regeln vorzugehen. Die folgenden drei Prinzipien helfen dabei, Räume optisch zu vervollständigen, ohne Unruhe oder Überfrachtung zu erzeugen.
1. Weniger Elemente, dafür mit Größe, Struktur und Wirkung
Ein häufiger Fehler ist der Versuch, jede Fläche und jedes Regal vollständig zu füllen. Tatsächlich kann bewusst eingesetzter Freiraum die Wirkung einzelner Objekte deutlich verstärken. Entscheidend ist, mit wenigen, aber ausdrucksstarken Stücken zu arbeiten.
Ideal sind Objekte in unterschiedlichen Höhen und Materialien, die gemeinsam etwa ein Drittel einer Fläche einnehmen. So entsteht Balance ohne Überladung. Ein Beispiel: Auf der einen Seite eines Sideboards steht ein größeres Objekt, auf der anderen Seite eine Gruppe aus mehreren ähnlichen Elementen in variierenden Höhen. Obwohl die Gesamtgröße vergleichbar ist, entsteht durch unterschiedliche Formen und Texturen visuelles Interesse.

Wichtig dabei ist eine einheitliche Farbwelt. Unterschiedliche Materialien wirken ruhig, wenn sie sich farblich ergänzen.
2. Kleine Objekte bewusst gruppieren
Viele Menschen besitzen kleinere Lieblingsstücke, die sie gerne zeigen möchten, ohne dass der Raum unruhig wirkt. Die Lösung liegt im Gruppieren. Werden ähnliche Objekte zusammengefasst, nimmt das Auge sie nicht mehr als viele Einzelteile wahr, sondern als ein bewusst gestaltetes Element.
Auch Tabletts sind ein wirkungsvolles Mittel, um Ordnung zu schaffen. Mehrere kleine Gegenstände – etwa Seifen- und Pflegespender in der Küche oder im Bad – werden durch ein Tablett optisch zu einer Einheit. Das reduziert visuelle Reize und sorgt für ein ruhigeres Gesamtbild.

Weniger visuelle Informationen bedeuten weniger Reizverarbeitung – und damit mehr Ruhe im Raum.
3. Pflanzen als verbindendes Element einsetzen
Wenn ein Raum trotz allem noch nicht vollständig wirkt, helfen Pflanzen fast immer weiter. Ob echt oder hochwertig künstlich – sie bringen Leben, Bewegung und organische Formen in die Gestaltung.
Dieses Prinzip ist Teil des biophilen Designs, das darauf abzielt, die Verbindung zur Natur in Innenräumen zu stärken. Pflanzen, Tageslicht und natürliche Materialien fördern nachweislich Wohlbefinden und Ausgeglichenheit.
Darüber hinaus bilden Pflanzen einen spannenden Kontrast zu typischen Einrichtungsgegenständen wie Büchern, Keramik oder Dekorationsobjekten. Farbe, Textur und natürliche Unregelmäßigkeit sorgen für Tiefe und Dimension – zwei Eigenschaften, die einen Raum visuell vollständig wirken lassen.

Zusammengefasst gilt: Wähle größere Objekte mit unterschiedlicher Form und Oberfläche, halte die Farbpalette ruhig, arbeite mit ungeraden Gruppierungen und ergänze den Raum stets um ein oder zwei Pflanzen. So entsteht Schritt für Schritt ein stimmiges, fertiges Gesamtbild.